Der Flur des Krankenhauses

Hamburger Morgenpost im November 2016

 

Was ich jetzt schreibe, klingt zynisch und hätte ich noch vor ein paar Monaten so nie gewagt, aber nicht zuletzt die sogenannten Pflegestärkungsgesetze und die Ignoranz der Politik macht mich einfach nur noch zorniger. Solche Zustände sind eben keine Ausnahmefälle und die Skandalberichterstattung nimmt ja zu. Immer noch denken viele von uns, man müsse die positiven Seiten unseres Berufsstandes besser darstellen und es sei ja nicht immer und überall so, man leiste ja doch so viel Gutes.
Genau DAS macht mich dann noch wütender, weil es zwar stimmt, aber unser Berufsstand ist einfach zu lasch und träge (Noch hinzuzufügen: "zu ungebildet", zu wenig sprachbegabt und mit Beruf und Familie zu sehr eingespannt), als dass man noch Hoffnung haben kann, dass Pflegende endlich den Mut finden, sich ihres eigenen Verstandes ohne die Anleitung eines anderen zu bedienen, um genau DAS auszudrücken, was sie für die Ausführung ihres Berufes denn brauchen.
Stattdessen überlasssen sie die (politische Drecks-) Arbeit anderen, um es anschließend besser zu wissen, rum zu jammern, dass keiner was für sie tue. Ja sie setzen noch eins drauf und zerfleischen sich gegenseitig (wie bei facebook etc. gut nachlesbar) oder ziehen übereinander her (bis zum regelrechten mobbing), schießen dann noch Eigentore (ablesbar am Widerstand gegen Kammer und Generalistik); Ihnen ist nicht zu helfen.
Und mittelerweile denke ich, dass die Berichterstattung GEGEN unsere Branche nicht nur berechtigt ist, sondern eigentlich viel heftiger und mit hölherem Rhythmus in die Presse kommen sollte.
DARIN besteht NOCH eine Chance; sonst sehe ich keine Hoffnung.

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