Altenpflege sich selbst überlassen

Wir haben Notstände und die Gefahr des Eintretens von Notständen überall da, wo fürsorgliche oder hoheitliche Aufgaben aus Beiträgen von Bürgern (Steuern, Versicherungen) bezahlt werden müssen.
Es fehlt an Stellen für:
Erzieher – zu wenig Kita-plätze, zu wenig qualifiziertes Personal, geringes Gehalt
Lehrer – Unterrichtsausfall, zu wenig Lehrer
Juristen – zu wenig Juristen, Verbrechensbekämpfung mangelhaft
Polizei – zu wenig Polizisten, Terror etc.
Straßenbau – marode Brücken und Straßen, schlechtes Schienennetz
Pflege – Kostentreiber, geringe Gehälter, wenig Ansehen, Pflegenotstand

Und nun wird das Ganze durch die demografische Entwicklung zum Boumerang.
Man hat das Geld nicht dort eingetrieben, um diese Gruppen, von deren Arbeit ALLE profitieren, also reich und arm, angemessen auszustatten, wo es zu holen ist, nämlich bei den Barvermögenden, den Aktienbesitzern und Großverdienern.
Man (die Politik) hat aus Angst vor dem Exodus dieser EinflußREICHEN ins Ausland diesen Personen nichts weggenommen, sondern sie mit ihrem Geld und Aktien spielen lassen. Sie haben den Staat sozusagen fast terrorartig erpresst und 2008 fast in den Ruin getrieben.
Wir brauchen endlich mutige Politik, die sich nicht schmieren oder erpressen lässt!
Und wir brauchen ein Umdenken in der Bevölkerung dahingehend, welche Dinge uns besonders wertvoll sind und wie wir nachhaltiger und gerechter leben können.
Wie wir alle leben wollen, wenn wir wieder auf die Welt kämen, ohne zu wissen, als was wir geboren werden.

 

Es gibt 2017 vor allem einen Fachkräftemangel. Der Pflegenotstand besteht schon seit mehr als 20 Jahren! Der Mangel kann nur behoben werden, wenn möglichst rasch eine Refinanzierung von einem Mehrstellenplus von mindestens 15 % in die Wege geleitet wird.
Da das aber keine politischen Mehrheiten finden wird, wird es im stationären und auch im ambulanten immer häufiger zu Belegungsstopps (teilweise durch die Anordnung der Heimaufsicht!) oder zum Ablehnen von Kundenanfragen kommen.

Also wird die Gesamtproblematik in ihrer Deutlichkeit etwa in 5 -10 Jahren bei der Bevölkerung ankommen. Die es sich leisten können, werden es privat mit Geld lösen. Aber die Masse der Pflegebedürftigen (mit etwa einem Renteneinkommen unter 1500,- €) werden auf die Hilfe der Familie und Nachbarschaft angewiesen sein. Da hier allerdings auch die Ressourcen schwinden, bleibt zu hoffen, dass DANN ENDLICH für eine auskömmliche Refinanzierung fairer und bedarfsgerechter Pflege in Form von mehr Personal-Stellen die Protestwelle anläuft.

 

Wenn wir von Altenpflege sprechen, dann sind zuvörderst die Angestellten in stationären Alten-Pflegeheimen gemeint. Dort ist bisher eine 50-Prozent-Fachkraftquote vorgeschrieben; d.h. jeder zweite Angestellte soll eine dreijährig examinierte Altenpflege- oder Krankenpflegefachkraft sein.
In vielen Bundesländern müssen die Auszubildenden immer noch ihr Schulgeld für die theoretische Ausbildung selbst bezahlen; das soll mit der Generalistischen Ausbildung dann Geschichte sein.
Zum Stichwort „staatliche Unterstützung“ muss man wissen, wie das System refinanziert wird. Eine komplexe Frage, die auch politische Gesundheitsexperten nicht gänzlich verstehen und niemand ist scharf auf den Posten des Gesundheitsministers. Das bedeutet aber auch, dass Politiker hier vielfach über Gesetzestexte abstimmen, die sie gar nicht umfänglich verstehen. Speziell das Pflegesystem ist derart komplex und kompliziert, dass selbst Experten gern ins Straucheln geraten. Und noch schwieriger ist es, dem Bürger oder dem von PflegeBetroffenen die Gesetzeslage zu erklären.
Der Staat sieht ähnlich wie bei der Bildung – ganz im Sinne von Föderalismus und Subsidaritätsprinzip - die eigentliche Verantwortung bei den „Playern“ im System, wobei man im Prinzip den direkt Betroffenen (zu Pflegenden) ausgeklammert hat. Wieviel „Unterstützung“ jemand erhält hängt davon ab, in welchem Pflegegrad er verortet wird. Die Beträge dafür sind fix decken nicht die vollumfänglichen Aufwendungen für Pflege. Wer in Deutschland pflegebedürftig ist, muss zu einem Großteil selbst für die dafür entstehenden Kosten aufkommen – wenn er das kann. Und erst wenn er es nicht kann (zu wenig Rente, kein Vermögen, keine wohlhabenden Kinder!), dann tritt die Sozialhilfe auf den Plan.
Fakt ist aber, dass der durchschnittliche Eigenanteil, also das was er selbst zahlt, an einem Heimplatz etwa 1600,- € beträgt. Wenn Sie die Durchschnittsrente der Deutschen (Tendenz fallend!) anschauen, nämlich etwa 850,- €, dann wird klar, wo unter anderem das Problem liegt. Es wird für immer weniger Menschen Pflege im Heim bezahlbar. Da hier ein wesentlicher Player im System (Sozialämter) zur Kasse gebeten wird, ist auch klar, wo die Widerstände sind. Fazit: Eigentlich müsste der finanzielle Beitrag des Staates pro Pflegegrad deutlich angehoben werden. Da würde aber das Prinzip der Beitragssatzstabilität verletzen und da man dem „Wähler“ nicht noch mehr Abgaben (Pflegeverssicherungsbeitrag) „zumuten“ möchte, bleibt hier alles beim Alten. Dahinter lauert die Zauberformel: Familie bzw. ambulante Versorgung.

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