Versagen der Koalition in Sachen Pflege

Liebe SPD, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

dieses Ergebnis ist nun für mich der endgültige Beweggrund, die Große Koalition abzulehnen!
Die Verhandlungsergebnisse der Koalitionsverhandlung zum Thema Pflege sind ein Schlag ins Gesicht der professionell Pflegenden.

 

Also Erstens:
Bei über 13.000 stationären Einrichtungen der Altenpflege wären das nicht einmal 0,65 Stellen je Einrichtung. Das wird kaum jemand merken!
Die 8000 Stellen sollen die medizinische Behandlungspflege in den stationären Einrichtungen entlasten. Die Frage ist, wer finanziert das? Wer kontrolliert darüber hinaus deren Einstellung? Denn bei einer Fachkraftquote von 50 Prozent wird das Ganze recht schwammig!

 

Die 8000 Stellen werden gar nicht zu besetzen sein, weil die Fachkräfte ja fehlen; das heißt, man wird Teilzeitstellen aufstocken wollen. Dies wird also den jetzt tätigen Pflegekräften nicht mehr Kolleg*innen (Köpfe) bringen. Also werden die dann hochgesetzten Planstellen von z.B. Drei-Viertel auf ganze Stelle weiter krank werden und eben nicht Drei-Viertel ausfallen, sondern ganz! Es ist nichts gewonnen!

 

Zweitens:
Es heißt man wolle eine gesetzliche Grundlage schaffen, dass tarifliche Entlohnung refinanziert wird. Haben wir die nicht längst? Es ist Sache der Tarifpartner entsprechende Gehälter umzusetzen. Wenn aber kaum jemand in der Pflege in einer Gewerkschaft organisiert ist (weil man dort faktisch auch nicht streiken kann!), dann sind das reine Lippenbekenntnisse. Heiße Luft!

 

Drittens:
Der Bedarf ist deutlich höher und bis 2021 abzuwarten bis Personalbemessungsgrenzen endlich den Bedarf abbilden, um festzustellen, dass man anstatt 8.000 eher 80.000 Pflegekräfte ZUSÄTZLICH einstellen müsste, ist fahrlässig und zeugt nicht von fundiertem Wissen um die Themen #Pflegenotstand, #pflexit etc.
Wer berät die Partei eigentlich in Fragen der beruflichen Pflege?

 

Es wird so kommen müssen: Weiterer #pflexit und Ausbrennen der Pflegekräfte und Zusteuerung auf eine Pflege-Katastrophe!

Mit einem deutlich ambitionierterem Maßnahmenkatalog hätte man die Katastrophe abwenden können. Nun werden die absehbaren Bettenschließungen und Skandale weiter zunehmen und die Patienten, Bewohner und Angehörige werden eine Odyssee bei ihrer Suche nach einer pflegerischen Versorgung erleben.

 

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Kommentare: 11
  • #1

    Michael (Mittwoch, 31 Januar 2018 17:06)

    Die professionell Pflegenden haben keine Lobby, wie unter anderem das Koalitionsergebnis belegt!

  • #2

    Michael Bossle (Mittwoch, 31 Januar 2018 17:39)

    Die Zusammenstellung d Gesundheitsausschusses zeigt klar: es ist das Weiter so! statt Notstand als Chance genutzt! Ich hoffe in d übernächsten Legislatur auf ein Demografieministerium, das sich d Zusammenleben annimmt. Ein Umbau des Systems ist unumgänglich. Und es müssen Summen investiert werden wie die in d Entwicklung unserer SUVs.

  • #3

    Gabriele (Mittwoch, 31 Januar 2018 19:04)

    Ich frage mich wo der Respekt vor den alten Menschen bleibt!

  • #4

    ulfu (Mittwoch, 31 Januar 2018 19:27)

    Zu zweitens:
    Na ja - man kann schon streiken - aber wer bringt das übers Herz - da greift wieder unser Helfersyndrom. Aber Fakt ist, solange wir uns nicht wehren - und z.B. streiken, auch wenn darunter die uns Anvertrauten leiden, werden immer weiter WIR diejenigen sein die darunter massiv leiden. Und weil wir leiden leidet auch die Pflegequalität und damit immer wieder dauerhaft die uns Anvertrauten und von uns und unserer Arbeit Abhängigen

  • #5

    Andre (Mittwoch, 31 Januar 2018 19:48)

    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Leider passt das Grundgesetz nicht zur Pflege. In keinen anderen Beruf wird das Arbeitsrecht so getreten wie in der Pflege.

  • #6

    Angelika (Mittwoch, 31 Januar 2018 20:08)

    Nicht nur das Arbeitsrecht , auch die Rechte der alten Menschen , sie müssen wahrlich ausreichend zahlen und müssen dafür noch schlechte Personalverhältnisse in Kauf nehmen . Keiner hat mehr Zeit , Dokumentation ist alles .

  • #7

    Stefan Brunner (Mittwoch, 31 Januar 2018 20:30)

    Die Zahlen gibt es seit Jahren, der eigene Berufsstand lehnt eine echte Interessensvertretung ab. Ca. 5 Jahre Verbleib im Beruf als junger Mensch. Jeder, der sich nur ein Minimum mit Berufspolitik beschäftigt kann diese 8000 Stellen nur als blanken Hohn empfinden - alle anderen überlegen, wann das nächste frei kommt.

  • #8

    Anjs (Mittwoch, 31 Januar 2018 23:39)

    5 Jahre in der Pflege...bei uns sind gut 50% der Beschäftigten mehr als 15-20 Jahre dabei...Ich 26 Jahre...

  • #9

    Elke Pfingsten (Donnerstag, 01 Februar 2018 01:28)

    Ich empfehle einmal in Google einzugeben:
    Es wurden keine mit deiner Suchanfrage - pflegelobbisten - übereinstimmenden Dokumente gefunden.

    Vorschläge:

    Achte darauf, dass alle Wörter richtig geschrieben sind.
    Probiere es mit anderen Suchbegriffen.
    Probiere es mit allgemeineren Suchbegriffen.

    Und dann sich den Spaß zu machen autolobbisten einzugeben

    Das Ergebnis ziert mehrere Google Einträge.
    Das erklärt VIELES

  • #10

    Petra (Freitag, 02 Februar 2018)

    Die Pflege muss selber laut werden, kämpfen. NEIN zu Überstunden und einspringen im Frei. NEIN zu Änderungen am genehmigten Dienstplan. Die Pflege sind so viele, schließt euch zusammen, hört nicht auf das Gelaber der Politik, denn mehr ist es nicht.
    Werdet selbstbewusst . Es ist mittlerweile locker nach 12

  • #11

    thilo (Samstag, 03 Februar 2018 06:34)

    So wird es kommen,aber dann werden die,die nicht mehr laufen und/oder sprechen koennen sich irgendwie bemerkbar machen,ich halte durch bis zum goldenen zeitalter der pflege