Vom Krankenpfleger zum Altenpfleger mutiert

Dass ich in dem Bericht des Blickpunkt trotz klarer Vorstellung vom Krankenpfleger zum Altenpfleger mutiere, zeigt schon irgendwie das fehlende, aber notwendige Wissen, wenn es um den Pflegenotstand geht.
Die Herrschaften aus dem niedersächsischen Landtag nahmen die Fakten zur Kenntnis; es gab auch keinen Widerspruch auf meine Behauptung, dass die "Katastrophe nicht mehr zu verhindern, sondern nur noch abzumildern" sei! Sie wissen, dass es nach Zwölf ist und dennoch verweigern sie sich. Entweder sind SIE nicht zuständig oder es fehle schlichtweg am Geld. Neue Lösungen seien erst mal zu erwirtschaften, so der Wirtschaftsminister.

Immerhin waren die Abgeordneten an meiner Power-Point-Präsentation interessiert.
Ich konnte es mir nicht verkneifen diese Zeilen dem Ganzen voranzustellen:

"Sehr geehrte Frau Meyer zu Strohen,

 

 

vielen Dank für Ihre Anfrage und das enthaltende Kompliment.

 

Sie finden die pdf zur Power Point in der Anlage.  ......
Ich denke, Sie werden einigen Argumentationslinien gut folgen können.

 

 

Was mich persönlich abhält, der CDU durch Wahlentscheid zu folgen, ist zum einen der Rechtsruck, wie er insbesondere in der Schwesterpartei deutlich wird. Aber weit gravierender wiegt die blinde, neoliberale Folgschaft.
Mit den Begriffen Wachstum, Effizienzsteigerung, Synergieeffekte (alles Worte, die ihr Finanzminister gestern verwendete) und dem Mantra: „Wer soll das bezahlen?“ (Wissend, DASS es bezahlbar ist!) hat Ihre Partei schon vor Jahren das „C“ in ihrem Namen aufgegeben. Sie sind einfach nicht GLAUBwürdig und die Menschen nehmen Ihnen einfach nicht mehr ab, dass Sie Lösungen (zum Beispiel für die Auflösung des Pflegenotstands) wirklich herbeiführen wollen und können.
Genau mit diesem Gefühl bin ich gestern aus der Veranstaltung herausgegangen.
Schockiert hat mich auch, dass die Unabwendbarkeit der Pflegekatastrophe Sie und Ihre Parteikollegen emotional völlig kalt zu lassen scheint.
Einen Topf (wie den Solidaritätsbeitrag anzufassen, um eine Katastrophe zumindest abzufedern, scheint eine größere Sünde für Ihre Partei  zu sein, als aktiv  Leid von Pflegebedürftigen abzuwenden (ein sehr christlicher Gedanke – wie ich finde).

 

Ich befürchte daher, dass die etablierten Parteien (vor allem die SPD und die CDU) weiter Stimmen an die afd verlieren werden.
Das Ganze macht mir Angst und ich befürchte, wenn es dann in ein paar Jahren zu einer „Machtübernahme“ kommen wird, werden viele Bürger wie 1945 wieder sagen, sie hätten von allem (wie dem Pflegenotstand) nichts gewußt.

 

Verzeihen Sie mir meine kritischen Worte, aber es liegt mir einfach auf der Seele.

 

 

 ....

 

Ich wünsche Ihnen persönlich viel Erfolg und einen guten Einfluss auf Ihre Partei!

 

 Herzliche Grüße"

 

 

 

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