Unseren Ahnen zugedacht

Ahnenseele

 

 

 

Wandern die Seelen unserer Ahnen
Nicht in uns Nachfahrn weiter?

Folgen wir darum fleißig ihren Bahnen
Und steigen abwärts auf deren Leiter.

 

Sie leben in und durch uns fort

Und ahnen von dem allen nichts.

Finden in den Analen nicht ein Wort.
Im Dunkeln es an Fortbestand gebricht.

 

 

Der Nachfahr, er find so gar kein Seel,
Daran er verzweifelt und geht fehl.
Wie können wir sie ehren,
Der Menschen Seelen in uns mehren?

 

 

Dass es nicht nur bleibt Geschichte
Oder der Nachwelt ein rein Gedichte?
Nun- sie werdens nicht erzählen,
Wo und wie sie sich vermählen.

 

 

Aus dem Staube ihrer Hinterlassenschaft
Nur kann einmal werden in uns Kraft.
Suchet nicht im trüben Nichts das Licht,
Bleibt stets aufs Namengeben erpicht.

 

 

So kann auch das Imaginäre
Sie rufen – und seis Chimäre.
Was Namen hat und ein Gesicht,
Das, mein Lieber, vergisst man nicht.

 

 

Du kannst ihn rufen oder nennen,
Beim Anblick seiner Tränen auch mal flennen,
Oder aus dem einstmals Lächeln
Dir ein wenig Glück zufächeln.

 

 

Wer also von Seele spricht,
Sollt nicht religiöslich fabulieren,
Sondern sei ganz darauf erpicht,
Nicht die Seel darüber zu verlieren.

 

 

Sie suchet in uns Gutes,
Sollt sich unserm Herz einnisten.
Drum sei du frohen Mutes,

Durch die Rückschau auszumisten.

 

 

Erfreu dich deiner Ahnenreihe!

Auch sei Ehrfurcht vor manch Endeglied!
Dass ein Nachfahr aus so einem Gebiet
Dein Andenken nicht entweihe.

 

 

Nur so erhält die Seele Leben,
Dass ein freundlich Nachfahr daran denke,
Ein fort und durch das Herze Beben
fortwährend ein wenig Licht dir schenke.

 

 

Die Seele sei darum – so ist es sicher -
Und macht das ganze feierlicher,
Nichts weiter als ein Vermächtnis,
Fest gebunden an unser Gedächtnis.

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