Kommentar zu §9 und §18 Berufsordnung

Ich möchte aus der

 

Berufsordnung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz

 

folgende Passagen herausgreifen und kommentieren:

 

§ 9 Anzeigepflicht und Informationsweitergabe

 

(4) In den Fällen, in denen eine fach- und sachgemäße Berufsausübung nicht oder nicht mehr möglich ist, muss das Kammermitglied unverzüglich mündlich und schriftlich die Vorgesetzte informieren. …

 

(5) Gründe einer eingeschränkten Berufsausübung können insbesondere in organisatorisch–fachlichen Rahmenbedingungen, im Verhalten, im Gesundheitszustand oder in mangelnder Kompetenz des Kammermitglieds liegen.

 

(6) In Sachverhalten nach Abs. 1,3,4 und 5 sollen sich die Kammermitglieder zur fachlichen Aufklärung und Unterstützung sowie zu Informationszwecken zusätzlich an die Landespflegekammer wenden. …

 

§ 18 Honorierung und Abrechnung pflegerischer Leistungen

 

(1)    Kammermitglieder haben auf eine angemessene Honorierung ihrer Leitungen zu achten.

 

 

Kommentar:

 

§ 9 Abs. (4) verpflichtet die Pflegefachkräfte geradezu Überlastungsanzeigen zu stellen; denn das kann einer der Wege sein, um diesen Paragrafen umzusetzen. Ferner sind die Fachkräfte (allein „zu Informationszwecken“) gut beraten, je eine Originalkopie der „Anzeige“ an die Landespflegekammer zu senden!

Mal sehen, was da "zurück"kommt. Wenn das tatsächlich von vielen gemacht würde, käme die Kammer in echte Handlungsnot; denn angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen wäre eigentlich mit einer Flut von "Anzeigen" zu rechnen.

 

 

 

§ 18 verpflichtet Pflegefachpersonen geradezu für eine Entlohnung zu kämpfen (zu streiken) die für einen auskömmlichen Lebensunterhalt und eine menschenwürdige Rente erforderlich sind. Je nach Region dürfte aber das Monatsbrutto-Einstiegsgehalt dann nicht unter 3600,- € (eher bei 4000,- €) liegen.

 

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