Kein Zurück mehr in der Pflege

Der „point of no return“ ist überschritten, der Zeitpunkt, ab dem es kein Zurück mehr gibt.
Dem Sog des abfließenden Stroms können wir uns nicht mehr entziehen. Noch ist das Boot zu sehen, das da im Strudel schlingert, aber bald wird es untergehen an Felsen zerschellen und seine einzelnen Teile werden im Beifang der Geschichte gesammelt.

Und noch immer glauben es die Politiker nicht, noch immer streiten sich die Gelehrten und noch immer driften die Meinungen auseinander und Einigung ist nicht in Sicht. Vielleicht war das Vorbehalten eines Pflegebonus in Corona-Zeiten der letzte Stich, der die Luft zum Ablassen bringt.
Spätestens in fünf, vielleicht zehn Jahren, wird es nicht nur in der Altenpflege, sondern auch in Krankenhäusern nicht die Anzahl an Pflegefachkräften geben, die gebraucht werden. Den Sog durch die demografische Entwicklung werden alle denkbaren Anstrengungen nicht widerstehen können; es wird mehr Pflegebedarf geben, als unsere Gesellschaft durch manpower oder Technologie ausgleichen kann.

Die Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten! Da ist es auch egal, wenn andere Mehrheiten gewählt werden. Jede zukünftige Regierung wird daran scheitern, weil JETZT der Punkt zu Rettung überschritten ist.
Und die Menschen werden kein Heim finden, Pandemien werden zur Auswahl zwingen, keine helfende Hand, die weiß, was sie tut. Das Problem wird auf die Nachfahren abgewälzt. Meine Kinder werden, wenn ich krank oder pflegebedürftig werde, meine Pflege - nicht organisieren -, übernehmen müssen.

Wohl dem, der Kinder hat!
Wohl dem, der Kinder hat, die das können!
Wohl dem, der Kinder hat, die das wollen!
Wohl dem, der Kinder hat, die sich das leisten können!

Zuerst wird Ohnmacht sein, dann Empörung und Wut und am Ende werden sie entscheiden müssen. Diese Kinder und Enkelkinder, die Generationen nach uns, werden vielleicht sagen: Ihr habt selbst schuld und lastet uns nun eure Versäumnisse an, bürdet uns alle Lasten auf! Warum habt ihr so gewählt (afd, FDP, CDU)? Wir werden sagen, die andern hättens nicht besser gemacht! Und beide haben Recht!

Warum habt ihr am Balkon geklatscht und euch nicht empört, dass nicht (sofort) mehr geschieht? Die Presse hat berichtet und ihr seid stumm geblieben.
Nur einen werdet ihr euch vorknöpfen müssen: die Pflege selbst nämlich, zerstritten, uneinig, zänkisch und stets auf der Flucht! Sie hätten ihre Kammern aufbauen, sich in Gewerkschaften organisieren müssen, ihre Vorgesetzten hätten ihre Mitarbeiter zum Protest und Arbeitsverzicht (Ich spreche nicht mal von Streik!) aufrufen, auf die Straße gehen müssen, massenhaft!
Nur sie selbst hätten sich retten können, durch Aufklärung und Solidarität, stattdessen flohen sie vor der Entscheidung und aus dem Beruf!

Aber selbst diese wirklich Schuldigen gibt es eben 2035 nicht mehr.
JETZT noch: Keifen rum, kommentieren wild bei twitter und co., lästern gegen Kammer und bejammern die Beiträge für die Gewerkschaft, sagen „die Politik lässt uns im Stich“.

Nein, sie haben sich selbst im Stich gelassen!
Und unsere Enkel und unsere Kinder, (wenn sie denn Eltern haben!), stehen 2040 vor der Entscheidung: Armut, Verzicht und Mühsal oder - Euthanasie. Die Alten werden nach dem Letztgenannten oft verlangen. Die moralische nach der politischen und ökonomischen Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Wohl dem, der genug hat!
Genug des Giftes für eine Befreiung von Qual und Not.

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