Familienbündnisse - "Pflege und Beruf"

Infodienst Nr. 42 › Juli 2020 Arbeitskreis „Pflege und Beruf“

 

Der Arbeitskreis „Pflege und Beruf“ wurde im Februar 2015 gegründet und wird fachlich durch die Pflegestützpunkte von Stadt und Landkreis Osnabrück unterstützt. Vor allem wegen demografischer Veränderungen nehmen Vereinbarkeitsfragen im Kontext von Pflege und Beruf an Bedeutung zu. Es ist daher gut, sich als Unternehmen mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und Unterstützung anzubieten. Beschäftigte, die Angehörige pflegen, sind oft jahrelang im Betrieb und besitzen viel Erfahrung und Wissen. Es zahlt sich für das Unternehmen aus, diese Personen zu unterstützen und zu halten.

Pflegebedürftigkeit ist oftmals nicht planbar und kommt überraschend. Dauer und Betreuungsbedarf sind meistens nicht abschätzbar. Meist benötigen die zu Pflegenden immer mehr Hilfe. Die Doppelaufgabe von Pflege und Beruf belastet die Pflegenden. Nicht selten kommt neben der Pflege von Angehörigen auch noch die Betreuung der eigenen Kinder hinzu. Der Arbeitskreis versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf mehr in den Vordergrund zu rücken, und motiviert Mitarbeitende und Unternehmen zugleich, sich mit dem vielfach noch tabuisierten Thema auseinanderzusetzen. 2015 wurde die vom Arbeitskreis erstellte Pflegemappe erstmals veröffentlicht. Sie enthält Angaben und Materialien über Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Arbeitgeber sowie weiterer Stellen und enthält Checklisten, Flyer und Musterschreiben. Es wird informiert über variable Arbeitszeiten und Freistellungen, Pflegegrad-Anträge, Vorsorgevollmachten oder Kostenübernahmen für Hilfsmittel. Die Mappe wird jährlich aktualisiert und kann bei den Familienbündnissen für 10 Euro erworben werden. Viele Dokumente der Pflegemappe stehen auch in einer Online-Version zur Verfügung.

 

Im Oktober 2016 fand die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Pflege und Beruf vereinbaren“ statt. Ziel war es zu erörtern, wie Arbeitgeber ihren Beschäftigten mit Pflegeaufgaben zur Seite stehen können. Altenpflegeexperte Michael Thomsen stellte Lösungsansätze vor. An Infoständen und in Gesprächsrunden mit Experten von Pflegekassen erfuhren die Anwesenden, welche Unterstützung durch Selbsthilfegruppen möglich ist, wo sie professionelle Pflegeberatung erhalten, welche Zuschüsse und Hilfen Pflegekassen gewähren und welche betrieblichen Maßnahmen Betroffene darin unterstützen können, Beruf und Pflege zu vereinbaren. Schließlich konnten die Teilnehmenden ihre persönlichen Wünsche in einem Fragebogen äußern.

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